Die prickelndste Landschaft der Welt

Die Champagne in Frankreich hat sich bereits 1927 ein Exclusiv-Recht gesichert. Nur hier dürfen Schaumweine mit dem Namen Champagner hergestellt werden. Die Heimat des Champagner ist so sanft und voller natürlicher Frische wie das Getränk selbst. Das nördlichste Weinbaugebiet Frankreichs hat zwar ein verhältnismäßig kühles Klima, doch strahlt der Boden aus Kalk und Lehm zur Anbauzeit genügend Wärme ab. So können hier die fruchtig herben Rebsorten reifen, die in der richtigen Mischung oder besser Assemblage, zum wertvollsten Getränk der Welt verarbeitet werden.

Das prickelnde Edelgetränk ist Produkt eines langwierigen Herstellungsverfahrens, das sich durch die raffinierte und aufwändige Verarbeitung der Reben auszeichnet. Zur Herstellung werden sowohl weiße als auch rote Trauben verwendet, was aber farblich nicht mehr zu sehen ist. Der sorgfältige Anbau der Champagnerrebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay ist Sache erfahrener Weinbauern, die ihre Weinhänge meist schon über mehrere Generationen betreuen.

Die Mehrheit der Weinbauern in der Champagne sind Lieferanten. Die ausgeklügelte Herstellung des Champagner überlassen sie den Champagnerhäusern, ebenfalls häufig Familienbetriebe mit langen Traditionen. Der Anbau der einzelnen Trauben verteilt sich auf mehrere Regionen oder besser gesagt „Terroirs“.

Montagne de Reims

Von der Stadt Reims im Norden bis nach Epernay im Süden zieht sich das Hochplateau, an dem der Pinot Noir angebaut wird. Die rote Traube ist im hell prickelnden Champagner nicht mehr zu sehen. Für sie wurde der Begriff Blanc de Noir erfunden, das Weiße vom Schwarzen. Rund 2000 Winzer bewirtschaften die Hänge rund um das Gebirgsplateau aus Kreide, Sand, Lehm und Kalk. Durch ihre Lage sind die Trauben ideal vor Klimaschäden geschützt. Der Nordhang verhindert die direkte Sonneneinstrahlung, und in der Nacht hält eine besondere Windströmung die Wärme, so dass die wertvollen Trauben nicht auskühlen.

Wer diese Gegend besucht, sollte auch die namensgebende Stadt besichtigen. Die Kathedrale Notre Dames de Reims gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist eine der bedeutendsten gotischen Kirchen von Frankreich.

Côte des Blancs

Die Côte des Blanc ist die Heimat des Chardonnay, der wichtigsten Traube in vielen Champagnersorten. Etwa 96 Prozent des Anbaugebietes sind dem Chardonnay vorbehalten. Das Gebiet liegt südlich von Epernay und rechts vom Marnetal. Die Landschaft besticht durch ihre schönen Kreidefelsen, die für das Wachstum des Chardonnay einen besonders günstigen Boden geben. Die Côte de Blancs bringt einige der hochwertigsten Champagnersorten hervor. Sowohl reine Chardonnays, die Blanc de Blancs, als auch vorzügliche Assemblagen. Sechs der zehn Weinbaugemeinden dürfen ihren Champagner als Grand Cru bezeichnen, eine der höchsten Qualitätsbezeichnungen für Champagner und Wein.

Folgt man dem Hinweisschild „Accueil“, wird man bald auf einem Winzerhof ankommen, der auf Besucher eingestellt ist. Hier werden Sie direkt vom Weinbauern in die Geheimnisse der Champagnertraube eingeweiht.

Vallée de la Marne

Die malerischen Weinhänge an den Ufern der Marne bieten der Rebsorte Pinot Meunier ideale Wachstumsbedingungen. Sind es nicht die Ufer, so liegen hübsche kleine Täler zwischen lieblichen Hügeln und sichern der roten Traube ein windstilles mildes Klima. Über hundert Kilometer schlängelt sich die Marne von Epernay bis Paris. Die bedeutendsten Champagnergemeinden sind Ay und Tours-sur-Marne. Weiter westlich findet man das hübsche Städtchen Charly und das Mekka des Champagners: Hautvillers - das Dorf, das als Wiege des Champagners gilt. Hier soll der Mönch und Abteikellermeister Dom Pérignon die Kunst der Champagnerherstellung entdeckt haben.

In Azy-sur-Marne und St. Eugène sind außerdem schöne alte Kirchenbauten zu bewundern. Oder Sie probieren ein Gläschen des heimatlichen Champagners im Renaissanceschloss Boursault.

Côte des Bar / Aube

Ca. 100 km südlich von Epernay befindet sich die zweite Heimat der Champagnertraube Pinot Noir. Auf neunzig Prozent des Anbaugebietes wächst die rote Rebe. Die Weinhänge liegen am Ufer der Seine und der Aube. Ein Ton-Kalk-Boden hält die Wärme und verleiht der Traube besonders viel Frische und Frucht.

Das südlichste der Champagner-Terroirs hält für den Besucher reizvolle Sehenswürdigkeiten bereit. Die mittelalterliche Marktstadt Troyes verzaubert mit ihren zahlreichen historischen Bauten und gut erhaltenen Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Aus derselben Zeit stammen die vielen gotischen Kirchen der Stadt, die älteste und wohl auch schönste: Die Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul (13.–17. Jahrhundert) mit einem Kirchenschatz und Glasgemälden aus dem 13.–16. Jahrhundert.

Die Markttraditionen der Côte des Bar haben sich bis heute erhalten. Genießern und Lebenskünstlern ist der Besuch eines Wochenmarktes in Troyes, Bar-sur-Aube oder Bar-sur-Seine unbedingt zu empfehlen.

Champagner
© 2017 Stefan Altmaier Bad Kreuznach- Champagner - Pinot - Epernay - Traube - Trauben
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